Dies ist eine leicht variierte Version meines Artikels, der in der Print- und Online-Ausgabe der Zeitschrift „OHLSDORF - Zeitschrift für Trauerkultur“, Ausgabe Nr. 173 II/2026 veröffentlicht wurde.
See English version below.
Lena Rebekka Rehberger:
Darstellungen von Weiblichkeit in der Grabplastik von Alice Nordin (1871-1948)
Die Schwedin Alice Nordin (1871–1948), die teils wie eine Nomadin in unterschiedlichen europäischen Metropolen lebte, war in der Bildhauerei wie in der angewandten Kunst ihr Leben lang erfolgreich tätig.(1) Schon die zeitgenössische Presse bemerkte ihr großes Interesse an Frauengestalten als Stimmungsträger.(2)
Ein frühes Beispiel ist die von Nordin für die schwedische Künstlerin Kerstin Bergström (1870–1904) geschaffene Grabskulptur. Kerstin Bergström, mit der Nordin befreundet war, verstarb 1904 in Frankreich an Tuberkulose.(3) Ihre Schwester Thea Bergström erwarb daraufhin einen Grabplatz in Cannes und die dort ansässige befreundete Schwedin Thyra Rubin beauftragte Nordin 1905 mit einem Grabmal.(4) Die von Alice Nordin geschaffene Skulptur aus weißem Marmor wurde 1908 in Cannes aufgestellt, wo sie sich noch heute auf dem Cimetière du Grand Jas in ein Meer von Marmorgrabsteinen einreiht (Abb. 1–2).(5)
Das stelenartige, oben abgerundete Monument offenbart in seiner Mitte eine nicht ganz vollplastische weibliche Gestalt. Die Frau, nur mit einem hauchdünnen, fast vollständig durchsichtigen Gewand gekleidet, ist im Profil zu sehen. Ihre gewellten Haare sind im Nacken zu einem Knoten zusammengebunden. In einem Gestus der Trauer und Verzweiflung hat sie die Hände vor das Gesicht geschlagen. Den oberen Teil ihres Gewandes, der bereits ihren Oberkörper hinabgeglitten ist und so ihren nackten Rücken preisgibt, nutzt sie als Art Tränentuch. Dabei hält sie den Kopf tief geneigt. Ihr Körper ist leicht gedreht, und ihre Beinstellung impliziert ein Schreiten. Die Seiten sowie die Rückseite der Grabstele sind nur grob behauen, sodass diese in ihrer Form an ein felsartiges Tor erinnert, in das die Frau einzutreten scheint.
Auf dem unteren Teil der Vorderseite sind die englische Inschrift „In Memory of Kerstin Bergström 26/11 1870 – 5/1 1904“ sowie Alice Nordins Signatur zu lesen.
Die Frauenfigur, deren Körperlichkeit stark an griechisch-antike Plastik erinnert, führt den aus der Antike übernommenen Gestus aus, ihre Trauer durch das Verbergen des Gesichts mittels eines in den Händen gehaltenen Tuches – hier des Stoffes ihres Kleides – auszudrücken.
Sie erscheint so als Personifikation der Trauer bzw. führt der Zeit gemäß eine nach innen gerichtete und damit ideale bürgerliche Trauer vor.
Gleichzeitig kann die entpersonalisierte Figur als Sinnbild der Verstorbenen gelesen werden. In einem Brief vom Januar 1904 berichtet Alice Nordin ihrer Schwester Hjördis Nordin von Kerstins Tod und beschreibt deren Leben als doch eher unglücklich. Trotz ihres beruflichen Erfolgs habe Kerstin nicht zu den Menschen gehört, die auf der Sonnenseite des Lebens wandelten; sie sei manchmal melancholisch gewesen, manchmal habe sie darüber getrauert, dass sie nicht glücklich sei.(6) Die trauernde Frauengestalt auf der Grabstele scheint daher das Wesen der Verstorbenen widerzuspiegeln.
Die vielschichtigen Bedeutungsebenen, die der Figur anhaften, beschäftigten auch die Auftraggeberin Thyra Rubin. In einem Brief an Alice Nordin betont diese, dass die Skulptur besonders schön sei, aber sie gerne wissen würde, ob Nordin darin Trauer darstellen wollte oder, wie Nordin zuerst dachte, „eine Seele, die einsam in das Unbekannte hinausgeht“.(7) Zwar hat sich Nordins Antwortbrief nicht erhalten, allerdings ist klar, dass die eine Bedeutung die andere nicht ausschließt.
Durch das Motiv des Schreitens, das ihre Trauernde auszeichnet, stellt Nordin jenes Hinausgehen in ein unbekanntes Jenseits dar. Und dieses vollzieht sich einsam. Darin findet sich ein weiterer Verweis auf Kerstin Bergström. In dem bereits erwähnten Brief an ihre Schwester schreibt Alice Nordin, dass Kerstin wohl einsam und traurig, ohne ihre Geschwister in Cannes verstorben sei.(8)
Mit ihrer ins Unbekannte schreitenden Frauengestalt berührt Nordin zudem eine um 1900 immer dringlicher werdende Thematik: die Fragen nach der Beschaffenheit des Jenseits und nach dem Sinn der menschlichen Existenz ohne die Gewissheit auf ein Leben nach dem Tod. Die althergebrachten christlichen Jenseitsvorstellungen waren längst durch Wissenschaft, Technik und Säkularisierung erschüttert worden und die Sinnsuche des Individuums prägte die Stimmungslage. Als Spiegel der Gefühlslage dieser Epoche gilt das von Arnold Böcklin (1827–1901) zwischen 1880 und 1886 behandelte Bildmotiv der Toteninsel(9), das anstelle eines konkreten Bildes vor allem das Gefühl des Menschen angesichts der Ungewissheit über die tatsächliche Beschaffenheit des Jenseits thematisiert.
Indem Nordin den Eintritt in das Unbekannte, in das unbestimmbare Jenseits darzustellen sucht, wählt sie bei ihrer Grabstele für Kerstin Bergström eine ganz ähnliche Thematik wie Böcklin. Aufgrund der torartigen Ausformung der teils grob behauenen Marmorstele ruft diese zudem Assoziationen an den felsigen Eingang des mythologischen Totenreichs des Hades hervor. Darin nähert sich Nordin auch motivisch an Böcklins Toteninsel an, die mit ihren steilen Felsen und dunklen Zypressen deutlich ikonographische Elemente des mythologischen Totenreiches aufnimmt.(10)
Eine derartige Symbolik wird bei Nordins Grabstele durch deren Einbettung in die reale südländische Friedhofslandschaft in Cannes noch verstärkt. Durch die den Grabplatz hinterfangenden großen dunklen Zypressen haftet diesem etwas Malerisches an, das romantisch-schwermütig bis unheimlich wirkt. Mit einer derartigen atmosphärischen Ausstrahlung scheint Alice Nordin auf einer von ihr selbst übermalten Fotografie der Grabstele zu spielen (Abb. 3). Durch weiße und leicht rosafarbene Höhungen wirkt die Frauengestalt regelrecht lebendig. Die zartrosa Übermalung des Hintergrunds hinter der Grabstele erscheint wie ein Schleier zu jenem ungewissen Jenseits, das das Ziel der Frau ist.
Es ist wahrscheinlich, dass Nordin beim Grabmalentwurf für Bergström die Ästhetik der Friedhofslandschaft bewusst in die Komposition mit einbezogen hat. Interessant ist in diesem Zusammenhang der von Nordin 1905 verfasste Zeitungsartikel „Florensstämningar“(11), in dem sie einen Frühlingsspaziergang durch ihre Wahlheimat Florenz schildert. An einer Straßenbiegung entdeckt sie eine Zypresse, die von weißen Rosen umrankt wird: „Sie vermittelt ein Gefühl des Todes in ihrer ganzen Pracht, sie wirkt so ernst und resigniert, die dunkle, gerade Zypresse, die einem weißen Rosenstrauch Halt gibt. Daraus könnten Geschichten gesponnen werden, der Schimmer der Legende umspielt sie, und der Duft der weißen Rosen lässt uns an geschlossene Augen denken, an friedliche und für immer stille Lippen“.(12) Da Nordin die symbolische Aufladung der südländischen Natur betont, noch dazu im selben Jahr in dem sie die Arbeiten an Bergströms Grabstele beginnt, spricht vieles für eine bewusste Integration der (Friedhofs-)Landschaft in ihre Grabmalkomposition.
Des Weiteren beinhaltet der von Nordin dargestellte Eintritt der Frauenfigur ins Unbekannte auch das Motiv des Abschieds. Das implizierte Bewegungsmuster der Figur vermittelt ein aktives Sich-Wegbewegen vom Betrachter. Symbolisch ist darin der Abschied von der realen Toten dauerhaft fixiert. Diese Abschiedsthematik erinnert stark an die griechisch-antike Grabplastik. Meist wurden auf den Reliefs der attischen Grabstelen die weiblichen Verstorbenen mit ihren Dienerinnen oder Verwandten abgebildet. Allerdings finden sich auch Beispiele für Einzelfiguren wie das 1890 ausgegrabene Grabrelief der sog. Hydrophore(13) auf dem Kerameikos in Athen, das eine schreitende Frauengestalt in Dreiviertelansicht zeigt. Im Gegensatz zu den Figuren der attischen Grabreliefs, die eine ruhige Ausstrahlung besitzen, vermittelt Nordins Frauenfigur eine gesteigerte Bewegtheit. In ihrer Dynamik ähnelt sie einer tanzenden Mänade auf einem antiken Relief(14), das sich im Museo delle Terme in Rom befindet und von diesem sich eine Fotopostkarte in Alice Nordins Nachlass(15) erhalten hat und ihr m. E. durchaus als Inspirationsquelle gedient haben könnte (Abb. 4).
Durch ihre Bewegtheit besitzt Nordins Grabskulptur eine gesteigerte performative Wirkung. Der Betrachter wird emotional tief berührt. So einsam wie die Figur – entsprechend der Stimmung der Jahrhundertwende – in das Unbekannte, das unbestimmbare Jenseits eintritt, so einsam bleibt auch der Betrachter an der Grabstelle zurück. Einsam mit der Frage nach dem Sinn des verfrühten Todes der Künstlerin Kerstin Bergström und mit der Frage nach dem Sinn der eigenen vergänglichen Existenz.
Eine Fokussierung auf Trauer und Schmerz findet sich auch bei einem von Alice Nordin 1915 für Carl Hugo Norman (1838-1915) geschaffenen Grabmal, das sich noch heute auf dem Gamla Kyrkogården im schwedischen Gävle befindet (Abb. 5–6). Hier wird die aus Marmor gearbeitete Skulptur einer auf einem felsartigen Stein sitzenden, mädchenhaften Frau durch einen mehrteiligen, quadratischen Sockel emporgehoben. In ihrem handschriftlichen Werkverzeichnis bezeichnet Nordin die Skulptur als „Trauer“.(16)
Die unbekleidete Figur hat die Arme um ihre angezogenen Beine geschlungen, die auf Höhe der Schienbeine gekreuzt sind. Ihr leicht nach links gedrehter Kopf ist tief gesenkt und ruht auf Händen und Knien. Dabei fallen ihre langen, offenen Haare nach vorn. Durch die geneigte und leicht gedrehte Kopfhaltung ist ihr Gesicht für den Betrachter nur ansatzweise von der rechten Seite her erkennbar (Abb. 6). Ihre Augen sind geschlossen und ihre Gesichtszüge wirken entspannt.
Vor allem durch ihre Rückenansicht und ihre festen Brüste, die auf den Oberschenkeln aufliegen, besitzt sie eine starke Sinnlichkeit, die durch ihre fließend herabfallenden Haare noch verstärkt wird. Bedingt durch die mehrfache Erhöhung durch Fels und Sockel wirkt die Frauenfigur zudem äußerst zierlich und fast ausgeliefert in der sie umgebenden Friedhofslandschaft.
Der an einen Felsen erinnernde Stein, auf dem die Figur ruht, lässt noch deutlich die Spuren des Meißels erkennen und trägt auf seiner linken Seite die Signatur von Alice Nordin sowie die Jahreszahl 1915.
In Nordins Nachlass hat sich eine undatierte Bleistiftzeichnung erhalten, die m. E. die Ideenskizze für Normans Grabskulptur darstellt (Abb. 7). Darauf ist eine junge Frau in identischer Sitzhaltung mit vorne gekreuzten Beinen und geneigtem, leicht gedrehtem Kopf, auf einem Stein sitzend, zu sehen. Im Unterschied zu der ausgeführten Grabfigur trägt die Frauengestalt auf der Skizze ihre Haare hochgebunden. Dies betont die geordnete, nach innen gerichtete und somit ideale Trauer, welche die Figur vorführt. Die in Gävle aufgestellte Grabfigur erhält dagegen durch ihre offenen Haare eine sowohl sinnlichere als auch natürlichere Ausstrahlung. Zudem können die ungebundenen Haare bei der Grabskulptur – wie um 1900 üblich(17) – im Sinne einer Pathosformel auf einen unbändigen, jedoch bereits regulierten Schmerz hindeuten. Es handelt sich hier einmal mehr um die ästhetisierte Darstellung einer vorbildhaften bürgerlichen Trauer.
Trauernde oder melancholische Frauen in einer von Steinen oder Felsen geprägten nordischen Landschaft waren um 1900 zudem ein beliebtes Motiv in der Malerei. Beispielsweise Edvard Munchs (1863–1944) in verschiedenen Varianten aufgegriffene Bildfindung(18) einer am Strand auf einem Felsen sitzenden jungen Frau mit langen, nach vorne fallenden Haaren. Wie die weiblichen Gestalten in der zeitgleichen Malerei fungiert auch Alice Nordins Frauengestalt als Stimmungsträger und Projektionsfigur. So wie die dargestellte Natur bei Munch die Psyche widerspiegelt, übernimmt die reale Friedhofslandschaft hier eine ganz ähnliche Funktion als Spiegel und zugleich als Verstärker der Emotionen des Betrachters.
Die im Wandel der Jahreszeiten sich verändernde Vegetation des Gamla Kyrkogården und deren visuelles Zusammenspiel mit Nordins Grabplastik stehen darüber hinaus in der Tradition der Landschaftsparks um 1800. In Letzteren wurde bewusst durch das Zusammenwirken von malerisch gestalteter Natur und (weiblicher) Skulptur und/oder (Grab-)Monument bei dem Spaziergänger eine melancholische, wehmütig bis sublime Stimmung hervorgerufen. Auf ganz ähnliche Weise wird hier auch der Friedhofsbesucher angesprochen, der zum Mitfühlen und zum Nachdenken angeregt werden soll. In diesem Zusammenhang ist auch der gesenkte Blick der Grabskulptur relevant, der auf das im Symbolismus geläufige Motiv der geschlossenen Augen(19) anspielt. Die junge Frau führt dem Betrachter demnach nicht nur eine ideale weibliche Trauer, sondern auch einen allgemeinen Zustand der Introspektion vor, eine ganz auf das innere Gefühlsleben gerichtete Selbstbeobachtung. Dies kann als Aufforderung an den Betrachter gedeutet werden, ebenfalls seine eigenen Gefühle zu erforschen und sich in Kontemplation zu versenken.
Somit wählte Alice Nordin auch bei der Grabskulptur für Carl Hugo Norman den weiblichen Körper als Vermittler und Verstärker von Emotionen.
Die besprochenen Grabplastiken verdeutlichen, dass Alice Nordin in ihrer Grabmalkunst zeittypische Themen und Motive aufgriff, die sie teilweise, wie bei der Grabstele für Kerstin Bergström, bewusst auf den Verstorbenen bezog und so mit persönlicher Bedeutung füllte.
Der ästhetisierte weibliche Körper als Grabzeichen wurde gerade auch von Auftraggeberinnen gewählt, was den Reiz dieses Motivs wie der damit verbundenen sinnlichen Ästhetik auch für den weiblichen Blick belegt – wie schon bei der Analyse von Ida Mattons Grabplastik deutlich wurde. Sinnliche Frauengestalten als Bilder ästhetisierter Trauer und tröstender Todesvorstellungen fungierten zudem als Sublimierung der Schrecken des tatsächlichen Todes, und zwar gleichermaßen für beide Geschlechter.
Letztendlich belegen die besprochenen Grabplastiken, dass sich die schwedischen Bildhauerinnen Alice Nordin und Ida Matton nicht nur lediglich an dem europäischen Trend der weiblichen Grabfiguren um 1900 orientierten, sondern diesen mit innovativen Werken aktiv mittrugen.
So zeugen die heute in Gävle und in Cannes erhaltenen Plastiken von einer Generation von Bildhauerinnen, die zu ihrer Zeit international erfolgreich waren und ganz zu Unrecht in der europäischen Kunstgeschichte heute kaum mehr sichtbar sind.
Anmerkungen:
(1) Nordin, als Tochter eines Tischlermeisters in einem künstlerischen Umfeld aufgewachsen, hatte mit vierzehn Jahren an der Tekniska Skolan in Stockholm eine Ausbildung zur Graveurin begonnen. Zwischen 1890 und 1896 studierte sie Skulptur an der Königlich Schwedischen Akademie der Künste in Stockholm, danach an der Académie Colarossi in Paris. 1911 war Nordin die erste Bildhauerin, die im Stockholmer Konstnärshuset eine Einzelausstellung erhielt. Zu Nordins Biografie vgl.: Linda Hinners: Alice Nordin (1871–1948). Kurzbiografie. In: Linda Hinners (Hg.): Nordic Women Sculptors at the Turn of the 20th Century. Ausstellungskatalog Nationalmuseum Stockholm, Stockholm 2022, S. 56.
(2) „(…) Alice Nordins intresse för kvinnogestalten eller kvinnohufvudet som bärare af stämningar.“ Zitat A. Brunius (A.B-s.): Konst. Alice Nordins utställning. In: Svenska Dagbladet vom 23.2.1911, S. 6.
(3) Nordin erwähnt 1903 in einem Brief an ihre Schwester Hjördis einen Besuch von Kerstin Bergström. Darin berichtet sie, dass Kerstin sich mit harter und unermüdlicher Arbeit eine Zukunft in Amerika geschaffen habe. An anderer Stelle beschreibt sie, dass Kerstin etwas ziemlich Trauriges an sich gehabt habe. Vgl.: Brief vom 14. Mai 1903, Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Hjördis Nordin-Tengboms samling, A 19:23.
(4) Das Grabmal kostete 2000 Francs. Vgl.: Vertrag vom 19. Oktober 1905 zwischen Alice Nordin und Thyra Rubin, Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Alice Nordins samling A 17:9.
(5) In einem Brief, den Thyra Rubin aus Cannes an Nordin schreibt, berichtet sie über die Aufstellung der Stele. Vgl.: Brief von Thyra Rubin an Alice Nordin vom 27. Februar 1908, Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Alice Nordins samling A 17:5; Laut Eintragung im Friedhofsregister wurde der Grabplatz im Januar 1904 von Thea Bergström für die Zeit des Bestehens des Friedhofs erworben. Für den Hinweis sei Christophe Squarta, Administration Générale Affaires Funéraires Cannes, ganz herzlich gedankt.
(6) In diesem Brief berichtet Alice Nordin von der im Jahr zuvor mit Kerstin verbrachten Zeit und erzählt von Kerstins unglücklicher Liebe zu einem verheirateten Mann, die der Anlass für ihre Rückkehr nach Europa gewesen sei. Vgl.: Brief vom 17. Januar 1904, Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Hjördis Nordin-Tengboms samling, A 19:23.
(7) „Figuren är särdeles vacker, men jag skulle gärna vilja veta, om ni ämnade den ett föreställa sorg eller som ni först tänkte en själ som träder ensam ut i det okända.“ Zitat Thyra Rubin, Brief an Alice Nordin vom 27. Februar 1908. Auch betont Thyra, dass die Figur auf jeden Fall den Eindruck tiefer Trauer vermittelt, und auch der (wahrscheinlich bei der Aufstellung in Cannes beteiligte) Steinmetz meinte, dass man sehen könne, dass sie verzweifelt sei: „Den ger alldeles gifvet ett intryck av djup sorg. Marmorhuggaren sade, att man väl kunde se, att hon var désespérée.“ Zitat Thyra Rubin, Brief an Alice Nordin vom 27. Februar 1908, Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Alice Nordins samling A 17:5.
(8) „Jag fick se i en tidning att Kerstin Bergström har dött i Cannes 5. Jan. Kan du tänka dig det? Antagligen ensam och trist, dåridt ej någon af hennes systrar rest ner.“ Zitat Alice Nordin, Brief vom 17. Januar 1904 an Hjördis Nordin, Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Hjördis Nordin-Tengboms samling, A 19:23.
(9) Siehe beispielsweise die 3. Version der Toteninsel in den Staatlichen Museen zu Berlin, Abbildung: https://id.smb.museum/object/967648/die-toteninsel [letzter Zugriff: 31.10. 2025].
(10) Der Zugang zum in der griechischen Antike beschriebenen, von Flüssen geprägten Totenreich wurde teils als Höhle oder Felskluft imaginiert. Spätestens seit dem frühen 19. Jahrhundert wurde das mythologische Reich der Toten in der Kunst als eine wasserreiche südländische Felslandschaft dargestellt. Beispielsweise bei den Bühnendekorationen von Karl Friedrich Schinkel für Christoph Willibald Glucks Oper Orpheus und Eurydike, bei denen Schinkel das Grabmal Eurydikes umgeben von einem Hain aus zypressenartigen Bäumen und vor mächtigen Felsen darstellt. Vgl.: Lena Rebekka Rehberger: Die Grabmalkunst von Karl Friedrich Schinkel. Berlin/München 2017, S. 29-30, Abbildung 10.
(11) Alice Nordin: Florensstämningar. In: Idun 1905/7, Torsdagen den 16 Februari, S. 88-89.
(12) „Men där vid en buktning af vägen står en cypress, omhvärfd och genomslingrad af hvita rosor, med regndroppar som tårar ännu dröjande mellan blombladen. Det ger en förnimmelse af döden i all prakten, det ser så allvarligt och resigneradt ut, den mörka, raka cypressen, som ger stöd åt en hvit rosenbuske. Det kunde spinnas sagor därur, legendens skimmer leker öfver dem, oçh de hvita rosornas doft kommer oss att tänka på slutna ögon, på fridsamt och för alltid tigande läppar.“ Zitat Nordin: Florensstämningar 1905, hier S. 89.
(13) Siehe Abbildung: arachne.dainst.org/entity/1144975 [letzter Zugriff: 31.10. 2025] und Alexander Conze: Die attischen Grabreliefs II (Berlin 1900), Kat. Nr. 805, Taf. 152.
(14) Siehe Abbildung: https://arachne.dainst.org/entity/627649/image/627649 [letzter Zugriff: 31.10. 2025].
(15) Göteborg Universitätsbibliothek, KvinnSam, Alice Nordins samling KvinnSam A 17:29.
(16) Vgl. Nordins Eintrag „1915: Sorg, marmor“ im handschriftlichen Werkverzeichnis in ihrem Nachlass, KvinnSam, Alice Nordins samling, Universitätsbibliothek Göteborg, KvinnSam A 17:44.
(17) Vgl.: Anna-Maria Götz: Die Trauernde: Weibliche Grabplastik und bürgerliche Trauer um 1900. Köln/Weimar/Wien 2013, S. 197-198 sowie meine Analyse der Grabplastik LA Matton im ersten Teil dieses Artikels auf dieser Homepage oder in „OHLSDORF – Zeitschrift für Trauerkultur“, Nr. 172 I/2026.
(18) Vgl.: Edvard Munch: Melancholie (auch: Trauer), aus dem Reinhardt-Fries für die Berliner Kammerspiele, 1906-07, Tempera auf Leinwand, 87 x 156 cm, Staatliche Museen zu Berlin, siehe Abbildung: https://nat.museum-digital.de/object/1304552?navlang=de [letzter Zugriff: 31.10. 2025].
(19) Das Motiv der geschlossenen Augen als Zeichen für emotionale Selbstbeobachtung findet sich nicht nur in der symbolistischen Malerei der 1890er Jahre, sondern auch in der Plastik um 1900, u.a. bei Auguste Rodin und Antoine Bourdelle. Dazu vgl.: Petr Wittlich: Closed eyes, symbolism and the new shapes of suffering. In: Donald Pistolesi/The Montreal Museum of Fine Arts (Hg.): Lost Paradise – Symbolist Europe. Ausstellungskatalog, Montreal 1995, S. 235-241.
This is a slightly modified version of my article, which was first published in the print and online edition of the journal “OHLSDORF – Zeitschrift für Trauerkultur,” No. 173 II/2026.
See German version above.
Lena Rebekka Rehberger:
Representations of Femininity in the Funerary Sculpture of Alice Nordin (1871–1948)
The Swedish artist Alice Nordin (1871–1948), who lived at times like a nomad in various European cities, enjoyed a successful career in both sculpture and the applied arts throughout her life.(1) Even the contemporary press noted her keen interest in female figures as conveyors of mood.(2)
An early example is the funerary sculpture Nordin created for the Swedish artist Kerstin Bergström (1870–1904). Kerstin Bergström, who was a friend of Nordin’s, died of tuberculosis in France in 1904.(3) Her sister, Thea Bergström, subsequently purchased a burial site in Cannes, and Thyra Rubin, a Swedish friend living there, commissioned Nordin to create a tomb sculpture in 1905.(4) The sculpture designed by Alice Nordin in white marble was erected in Cannes in 1908, where it still stands today at the Cimetière du Grand Jas, embedded among a sea of marble tombstones (Figs. 1-2).(5)
The stele-like monument, rounded at the top, reveals a female figure in bas-relief at its center. The woman, clad only in a paper-thin, almost completely transparent garment, is seen in profile. Her wavy hair is tied into a bun at the nape of her neck.
In a gesture of grief and despair, she has bowed her head and clasped her hands over her face, using the upper part of her robe, which has already slipped down her body, exposing her bare back, as a sort of handkerchief. Her body is slightly turned, and the position of her legs indicates she is stepping away.
The sides and back of the stele are only roughly hewn, so that its shape resembles a rock-like gateway through which the woman appears to be walking.
On the lower part of the tombstone’s front, the English inscription “In Memory of Kerstin Bergström 26/11 1870 – 5/1 1904” and Alice Nordin’s signature are engraved.
The female figure, whose physicality strongly evokes ancient Greek sculpture, enacts a gesture known from ancient Greek and Latin art. By concealing her face with a cloth held in her hands (in this case, the fabric of her dress), she is expressing her sorrow.
She thus appears as the personification of grief or, in keeping with the times, performs an inward-turned and therefore ideal bourgeois mourning.
At the same time, the depersonalized figure can also be interpreted as a symbol of the deceased. In a letter dating from January 1904, Alice Nordin informs her sister Hjördis Nordin of Kerstin’s death and describes Kerstin’s life as having been rather unhappy. Despite her professional success, she had not been one of those who walked the sunny side of life; sometimes she had been melancholic, and at times she had grieved that she was not happy.(6) The mourning female figure on the gravestone, therefore, seems to reflect the nature of the late artist Kerstin Bergström.
The multifaceted layers of meaning associated with the female figure also preoccupied the client, Thyra Rubin. In a letter to Alice Nordin, she emphasizes that the sculpture is particularly beautiful. Still, she would like to know whether Nordin intended to depict mourning or, as Nordin initially thought, “a soul, who is alone crossing the threshold into the unknown.”(7) Although Nordin’s reply letter has not survived, it is clear that one connotation does not exclude the other.
Through the motif of walking away, which characterizes her mourning figure, Nordin depicts that journey into an unknown afterlife. And this journey takes place in solitude. Herein lies another reference to Kerstin Bergström´s life. In the aforementioned letter to her sister, Alice Nordin writes that Kerstin died in Cannes, likely lonely and sad, without her siblings by her side.(8)
With her female figure striding into the unknown, Nordin also touches on a theme that was becoming increasingly urgent around 1900: the question about the nature of life after death and the meaning of human existence without the certainty of an afterlife. Traditional Christian conceptions of the afterlife had long since been ruptured by science, technology, and secularization, and the individual’s search for meaning shaped the prevailing mood. Arnold Böcklin’s (1827–1901) motif of “Die Toteninsel/The Isle of the Dead“(9), created between 1880 and 1886, is regarded as a reflection of the emotional climate of this era; rather than depicting a concrete image, it primarily explores the human experience of uncertainty regarding the actual nature of life after death.
In seeking to depict the entry into the unknown, into the indefinable afterlife, Nordin chooses a theme for Kerstin Bergström's tombstone that is very similar to Böcklin’s. Due to the gate-like shape of the partially roughly hewn marble stele, it also evokes associations with the rocky entrance to Hades’ mythological realm of the dead. In this respect, Nordin’s motif also draws close to Böcklin’s “Isle of the Dead,” which, with its cliffs and dark cypress trees, clearly incorporates iconographic elements of the mythological realm of the dead.(10)
This connotation is further amplified by the stele's placement within the authentic Mediterranean cemetery landscape of Cannes. The large, dark cypress trees framing the grave site lend it a painterly quality that ranges from romantically melancholic to eerie.
In a photograph of the gravestone that she herself has painted over, Alice Nordin appears to play with this atmospheric quality (Fig. 3). Here, through white and pink highlights, the female figure appears downright lifelike. The pale pink overpainting of the background next to the sculpture seems like a veil to that uncertain afterlife, which is the woman’s destination.
It is likely that Nordin deliberately incorporated the aesthetics of the cemetery landscape into the composition of her design for Bergström’s tomb, as I’m suggesting. Of particular interest in this context is the newspaper article “Florensstämningar”(11), written by Nordin in 1905, in which she describes a spring stroll through her new hometown of Florence. At a bend in the road, she discovers a cypress tree entwined with white roses: “It conveys a sense of death in all its splendor; it seems so solemn and resigned, the dark, straight cypress that supports a white rosebush. Stories could be spun from this; the glimmer of legend surrounds it, and the scent of the white roses makes us think of closed eyes, of peaceful and forever silent lips.”(12) Since Nordin highlights the symbolic weight of southern European nature and initiated work on the grave stele during that same year she wrote this text, it is highly likely she intentionally wove the cemetery landscape into her funerary composition.
Furthermore, the female figure’s departure into the unknown, as depicted by Nordin, also incorporates the motif of farewell. The figure’s implied movement conveys an active moving away from the viewer. Symbolically, this permanently captures the moment of final farewell to the actual deceased. This theme is strongly reminiscent of ancient Greek funerary sculpture. On the reliefs of Attic grave stelae, deceased women were usually depicted with their maidservants or relatives. However, there are also examples of solitary figures, such as the funerary bas-relief of the so-called Hydrophore(13), excavated in 1890 at the Kerameikos in Athens, which depicts a striding female figure in three-quarter view. In contrast to the women on Attic grave reliefs, which display a certain calmness, Nordin’s female figure conveys a heightened sense of movement. In its dynamism, it resembles a dancing Maenad on an ancient relief(14) displayed in the Museo delle Terme in Rome, of which a photographic postcard has been preserved in Alice Nordin’s estate(15) and which could well have served as a source of inspiration for her, as I’m suggesting (Fig. 4).
Thanks to its vitality, Nordin’s tomb sculpture has an elevated performative effect. The viewer is deeply moved. Just as the figure, in keeping with the mood of the turn of the century, enters the indefinable afterlife in solitude, so too does the viewer remain at the gravesite all by himself. Alone with the question of the meaning of artist Kerstin Bergström’s untimely death and alone with the question of the meaning of his own transient existence.
A focus on grief and sorrow is also evident in a tombstone created by Alice Nordin in 1915 for Carl Hugo Norman (1838–1915), which still can be found today at the Gamla Kyrkogården cemetery in Gävle, Sweden (Figs. 5-6). Here, the marble sculpture of a youthful woman seated on a rock-like stone is elevated by a multi-part, square pedestal. In her handwritten catalog raisonné, Nordin refers to the sculpture as “Mourning.”(16)
The unclothed figure has her arms wrapped around her drawn-up legs, which are crossed at the shins. Her head, turned slightly to the left, is bowed low, resting on her hands and knees. Her long, loose hair falls forward. Due to the tilted, slightly turned position of her head, her face is only partially visible to the viewer from the right (Fig. 6). Her eyes are closed, and her facial features appear calm.
Her view from behind and her firm breasts, which rest on her thighs, lend her a powerful sensuality that is further amplified by her flowing hair. Due to the multiple levels created by the rock and the pedestal, the sculpture also appears extremely delicate and almost vulnerable within the surrounding cemetery landscape.
The stone, reminiscent of a natural rock, upon which the figure rests, still clearly bears the marks of the chisel and features Nordin’s signature and the year 1915 on its left side.
An undated pencil drawing has been preserved in Alice Nordin’s estate, which, as I’m suggesting, represents the conceptual sketch for the grave sculpture intended for Norman (Fig. 7). It depicts a young woman in the same seated posture, with her legs crossed in front of her and her head tilted and slightly turned, sitting on a rock-like stone. In contrast to the executed grave sculpture, the female figure in the sketch has her hair tied up. This emphasizes the orderly, inward-focused, and thus idealized grief that the figure conveys. The grave sculpture in Gävle, on the other hand, exudes an aura that is both more sensual and more natural thanks to her loose hair. Furthermore, the untied hair of the funerary sculpture may serve as a “pathos formula”, as it was customary around 1900(17), implying an unbridled yet already regulated grief. Thus, this figure embodies an aestheticized representation of ideal bourgeois mourning.
Around 1900, mournful or melancholy women in a Nordic landscape, characterized by stones or rocks, were also a popular motif in painting. One example is Edvard Munch’s (1863–1944) composition(18), reinterpreted in various versions, of a young woman with long, forward-falling hair, sitting on a rock by the sea. As the female figures in contemporary painting, Alice Nordin’s grave sculpture also serves as a conveyor of mood and a figure of projection.
Furthermore, the cemetery landscape in Gävle functions much like the seascape depicted by Munch, which is mirroring the psyche, as both a reflection and an amplifier of the observer’s feelings. The seasonally changing vegetation of the Gamla Kyrkogården and its visual interplay with Nordin’s funerary sculpture also follow in the tradition of the landscape parks of the early 1800s. In these gardens, the synergy of picturesque nature and (female) sculpture and/or (funerary) monuments was deliberately created to evoke a melancholic, wistful, even sublime mood in the promenaders.
Similarly, the cemetery visitor is addressed here in order to stimulate empathy and reflection. In this context, the downward gaze of the funerary sculpture is particularly relevant, alluding to the motif of closed eyes(19) common in Symbolism. The youthful woman thus presents the viewer not only with a perfect embodiment of feminine grief but also with a general state of introspection, a form of self-observation entirely focused on her inner emotional life. This can be interpreted as an invitation for the visitor at the grave to explore his own feelings and to immerse himself in contemplation.
Hence, in the case of the funerary sculpture for Carl Hugo Norman, Alice Nordin once again chose the female body as a conduit and amplifier of emotions.
The funerary sculptures discussed illustrate that Alice Nordin drew on themes and motifs typical of her time, some of which –as in the case of the tomb stele for Kerstin Bergström– she deliberately chose in relation to the deceased, thereby imbuing them with individualized connotation.
The aestheticized female body as a funerary symbol was chosen in particular by female clients; this attests to the appeal of this motif and the sensual aesthetics associated with it, equally for the female gaze, as was already evident in the analysis of Ida Matton’s funerary sculpture. Sensual female figures, as images of idealized mourning and comforting conceptions of death, also served to sublimate the horrors of the actual death, for both genders.
Ultimately, the funerary sculptures discussed demonstrate that the Swedish sculptor Alice Nordin, as well as Ida Matton, did not merely follow the European trope of female funerary figures around 1900, but actively contributed to it with innovative works.
Thus, the sculptures preserved today in Gävle and Cannes bear witness to a generation of female artists who were internationally successful in their time and who, quite unjustly, are now barely visible in the European art history canon.
Notes:
(1) Nordin, the daughter of a master carpenter who grew up in an artistic environment, began training as an engraver at the age of fourteen at the Tekniska Skolan in Stockholm. Between 1890 and 1896, she studied sculpture at the Royal Swedish Academy of Arts in Stockholm and subsequently at the Académie Colarossi in Paris. In 1911, Nordin was the first female sculptor to have a solo exhibition at the Konstnärshuset in Stockholm. For Nordin’s biography, see: Linda Hinners: Alice Nordin (1871–1948). Short biography. In: Linda Hinners (ed.): Nordic Women Sculptors at the Turn of the 20th Century. Exhibition catalog, Nationalmuseum Stockholm, Stockholm 2022, p. 56.
(2) „(…) Alice Nordins intresse för kvinnogestalten eller kvinnohufvudet som bärare af stämningar.“ Quote from A. Brunius (A.B.): Konst. Alice Nordins utställning. In: Svenska Dagbladet, February 23, 1911, p. 6.
(3) In a 1903 letter to her sister Hjördis, Nordin mentions a visit from Kerstin Bergström. She reports that Kerstin had carved out a future for herself in America through hard and tireless work. Additionally, she describes Kerstin as having something rather sad about her. See: Letter dated May 14, 1903, Gothenburg University Library, KvinnSam, Hjördis Nordin-Tengbom’s collection, A 19:23.
(4) The tomb cost 2,000 francs. See: Contract dated October 19, 1905, between Alice Nordin and Thyra Rubin, Gothenburg University Library, KvinnSam, Alice Nordin’s collection, A 17:9.
(5) In a letter, Thyra Rubin wrote to Nordin from Cannes, she reports on the erection of the stele. See: Letter from Thyra Rubin to Alice Nordin dated February 27, 1908, Gothenburg University Library, KvinnSam, Alice Nordin’s collection A 17:5; According to an entry in the cemetery register, the burial site was purchased in January 1904 by Thea Bergström for the duration of the cemetery’s existence. Many thanks to Christophe Squarta of Administration Générale Affaires Funéraires Cannes for this information.
(6) In this letter, Alice Nordin recounts the time she spent with Kerstin the previous year and describes Kerstin’s ill-fated love for a married man, which she says was the reason for her return to Europe. See: Letter dated January 17, 1904, Gothenburg University Library, KvinnSam, Hjördis Nordin-Tengbom’s collection, A 19:23.
(7) „Figuren är särdeles vacker, men jag skulle gärna vilja veta, om ni ämnade den ett föreställa sorg eller som ni först tänkte en själ som träder ensam ut i det okända.“Quote from Thyra Rubin, letter to Alice Nordin dated February 27, 1908. Thyra also emphasizes that the figure definitely conveys a sense of deep sadness and grief, and the stonemason (who was likely involved in the installation in Cannes) also remarked that one could see she was in despair: „Den ger alldeles gifvet ett intryck av djup sorg. Marmorhuggaren sade, att man väl kunde se, att hon var désespérée.“ Quote from Thyra Rubin, letter to Alice Nordin dated February 27, 1908, Gothenburg University Library, KvinnSam, Alice Nordin’s collection A 17:5.
(8) „Jag fick se i en tidning att Kerstin Bergström har dött i Cannes 5. Jan. Kan du tänka dig det? Antagligen ensam och trist, dåridt ej någon af hennes systrar rest ner.“ Quote from Alice Nordin, letter dated January 17, 1904, to Hjördis Nordin, Gothenburg University Library, KvinnSam, Hjördis Nordin-Tengbom Collection, A 19:23.
(9) See, for example, the 3rd version of the Isle of the Dead in the Staatlichen Museen zu Berlin, see image: https://id.smb.museum/object/967648/die-toteninsel [last accessed: 31.10.2025].
(10) The realm of the dead described in ancient Greek mythology, a landscape characterized by rivers, was sometimes imagined as a cave or a rocky crevice. By the early 19th century at the latest, the mythological realm of the dead was depicted in the fine arts as a water-rich, Mediterranean-style rocky landscape. One example is Karl Friedrich Schinkel’s stage designs for Christoph Willibald Gluck’s opera “Orpheus and Eurydice“, in which Schinkel depicts Eurydice’s tomb surrounded by a grove of cypress-like trees and set against mighty cliffs. See: Lena Rebekka Rehberger: Die Grabmalkunst von Karl Friedrich Schinkel, Berlin/Munich 2017, pp. 29–30, Fig. 10.
(11) Alice Nordin: Florensstämningar. In: Idun 1905/7, Torsdagen den 16 Februari, p. 88-89.
(12) „Men där vid en buktning af vägen står en cypress, omhvärfd och genomslingrad af hvita rosor, med regndroppar som tårar ännu dröjande mellan blombladen. Det ger en förnimmelse af döden i all prakten, det ser så allvarligt och resigneradt ut, den mörka, raka cypressen, som ger stöd åt en hvit rosenbuske. Det kunde spinnas sagor därur, legendens skimmer leker öfver dem, oçh de hvita rosornas doft kommer oss att tänka på slutna ögon, på fridsamt och för alltid tigande läppar.“ Quote Alice Nordin: Florensstämningar 1905, p. 89.
(13) See image: arachne.dainst.org/entity/1144975 [last accessed: Oct. 31, 2025] and Alexander Conze: Die attischen Grabreliefs II (Berlin 1900), Cat. No. 805, Pl. 152.
(14) See image: https://arachne.dainst.org/entity/627649/image/627649 [last accessed: October 31, 2025].
(15) Gothenburg University Library, KvinnSam, Alice Nordin’s collection KvinnSam A 17:29.
16) See: Nordin’s entry “1915: Sorg, marble” in the handwritten catalogue raisonné in her estate, KvinnSam, Alice Nordin’s Collection, Gothenburg University Library, KvinnSam A 17:44.
(17) See: Anna-Maria Götz: Die Trauernde: Weibliche Grabplastik und bürgerliche Trauer um 1900. Cologne/Weimar/Vienna 2013, pp. 197–198, as well as my analysis of the funerary sculpture LA Matton in the first part of this article on this homepage or in “OHLSDORF – Zeitschrift für Trauerkultur,” No. 172 I/2026.
(18) See: Edvard Munch: “Melancholy“ (also: “ Mourning“ ), from the Reinhardt frieze for the Berliner Kammerspiele, 1906–07, tempera on canvas, 87 x 156 cm, Staatliche Museen zu Berlin; see image: https://nat.museum-digital.de/object/1304552?navlang=de [last accessed: Oct. 31, 2025].
(19) The motif of closed eyes as a symbol of emotional introspection is found not only in Symbolist painting of the 1890s but also in sculpture around 1900, including works by Auguste Rodin and Antoine Bourdelle. See: Petr Wittlich: Closed Eyes, Symbolism, and the New Shapes of Suffering. In: Donald Pistolesi/The Montreal Museum of Fine Arts (eds.): Lost Paradise – Symbolist Europe. Exhibition catalog, Montreal 1995, pp. 235–241.
Abbildungen / Figures:
Abbildung 1: Alice Nordin (1871-1948): Grabstele der Künstlerin Kerstin Bergström (1870-1904), Cimetière du Grand Jas in Cannes (Frankreich), Fotografie 2024 © Christophe Squarta, Administration Générale Affaires Funéraires Cannes
Figure 1: Alice Nordin (1871–1948): Tombstone of the artist Kerstin Bergström (1870–1904), Cimetière du Grand Jas in Cannes (France), photograph 2024 © Christophe Squarta, Administration Générale Affaires Funéraires Cannes
Abbildung 2: Alice Nordin (1871-1948): Grabstele der Künstlerin Kerstin Bergström (1870-1904), Cimetière du Grand Jas in Cannes (Frankreich), Fotografie 2024 © Christophe Squarta, Administration Générale Affaires Funéraires Cannes
Figure 2: Alice Nordin (1871–1948): Tombstone of the artist Kerstin Bergström (1870–1904), Cimetière du Grand Jas in Cannes (France), photograph 2024 © Christophe Squarta, Administration Générale Affaires Funéraires Cannes
Abbildung 3: Von Alice Nordin (1871-1948) übermalte Fotografie der Grabstele der Künstlerin Kerstin Bergström © Alice Nordins Archiv, KvinnSam, Universitätsbibliothek Göteborg
Figure 3: Photograph of the grave stele of artist Kerstin Bergström, overpainted by Alice Nordin (1871–1948) © Alice Nordin’s Archive, KvinnSam, Gothenburg University Library
Abbildung 4: Fotopostkarte aus dem Museo delle Terme in Rom, erhalten im Nachlass von Alice Nordin © Alice Nordins Archiv, KvinnSam, Universitätsbibliothek Göteborg, KvinnSam A 17:29.
Figure 4: Photographic postcard from the Museo delle Terme in Rome, preserved in the estate of Alice Nordin © Alice Nordin Archive, KvinnSam, Gothenburg University Library, KvinnSam A 17:29.
Abbildung 5: Alice Nordin (1871-1948): Grabmal von Carl Hugo Norman, Gamla Kyrkogården in Gävle (Schweden), Fotografie 2025 © Lena Rebekka Rehberger
Figure 5: Alice Nordin (1871–1948): Tombstone of Carl Hugo Norman, Gamla Kyrkogården in Gävle (Sweden), photograph 2025 © Lena Rebekka Rehberger
Abbildung 6: Alice Nordin (1871-1948): Grabmal von Carl Hugo Norman, Gamla Kyrkogården in Gävle (Schweden), Detail Frauengestalt, Fotografie 2025 © Lena Rebekka Rehberger
Figure 6: Alice Nordin (1871–1948): Tombstone of Carl Hugo Norman, Gamla Kyrkogården in Gävle (Sweden), detail of the female figure, photograph 2025 © Lena Rebekka Rehberger
Abbildung 7: Alice Nordin (1871-1948): Undatierte Bleistiftzeichnung mit sitzender Frauengestalt in Trauerhaltung © Alice Nordins Archiv, KvinnSam, Universitätsbibliothek Göteborg
Figure 7: Alice Nordin (1871–1948): Undated pencil drawing of a seated female figure in a mournful pose © Alice Nordin’s Archive, KvinnSam, Gothenburg University Library